C.M. Werner
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Gedichte-Triologie

 

Thema: Der Künstler und seine Inspiration

 

Das erste Gedicht schrieb ich zur Erinnerung an die große Cellistin Jacqueline Mary du Pré, die im Alter von nur 42 Jahren an Multipler Sklerose starb.

Ich nehme Bezug auf ihre wunderbare Interpretation des Musikstücks "Der Schwan" aus dem Karneval der Tiere von Saint-Saens, anzuhören auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=xrQbERLGkQY  

 

Dieses Gedicht habe ich umgeschrieben, um es in einer erweiterten Version als "Hommage an Chopin" auf Youtube zu veröffentlichen. Denn auch der große polnische Klavierkomponist litt unter einer heimtückischen und im 19. Jahrhundert meist todbringenden Krankheit, der Lungentuberkulose. Und auch er wurde von seiner Partnerin, der Autorin George Sand, todkrank allein gelassen. Hier mein kleiner Film als Andenken an ihn:

https://youtu.be/mPVEgrkHp5Y

 

 

Der Schwan 

         

Der Schwan wird ewig sein und bleiben

Ein Symbol für deine Welt.

Lebst noch heut' in uns'ren Träumen

Ist dein Lied auch lang zerschellt.

 

Doch mein Schwan, du warst so sanft,

Sanfter als das Paradies.

Leuchtend schön dein Ton erklang

Wie ein Engel, der uns rief.

 

Ach, ein Schicksal kam herbei

Und zerstörte all dein Glück.

Und die Menschen, die dir nah

Ließen todkrank dich zurück.

 

Auch dein Liebster, er zog fort,

Ließ Dich steh'n in deinem Leid.

Die Musik im Herzen bliebst

Du zurück in Einsamkeit.

 

Die Geschichte ist schon alt,

Doch dein Lied bleibt hell und sacht.

Starbst du auch, hallt es nun fort

Leuchtend durch die dunkle Nacht.

 

 

Der Dichter spricht

(Anmerkung: auch dieses Gedicht ist auf Youtube erschienen. Den Link dazu findet ihr ganz unten)

 

So sagt - wo sind all die Geschichten geblieben,

Die Dichter den Menschen erzählten,

Wo all der Glaube und wo das Verlangen

Nach Glück und besseren Welten?

 

So sagt - wo sind Freude und Hoffnung geblieben,

Die Bücher den Menschen einst gaben,

Wo die Moral, wo das gute Ende,

Oder sollte ich lieber nicht fragen?

 

Ja, sagt - wo sind all jene Märchen geblieben,

Die unsere Ahnen erdachten,

Wo ihre Zauberer, Elfen und Feen,

Über die Kinder staunten und lachten?

 

Und ach - wo sind große Geliebte geblieben,

Die unsere Herzen bezwangen,

Wo ihre Kraft, auch in Feindschaft zu lieben,

Voll Sehnsucht und kühnem Verlangen?

 

So sag- wo sind all jene Helden geblieben,

Um die wir stets hofften und bangten,

Wo ihre Opfer, ihr Kämpfen, ihr Siegen,

Um welche Legenden sich rankten?

 

Und sagt - wo sind Weisheit und Liebe geblieben,

Die Eltern den Kindern einst schenkten,

Wo all der Trost, wo die Antworten, Fragen,

Mit welchen sie halfen und lenkten?

 

Und sagt - wo sind all die Visionen geblieben,

Die Freunde einander erzählten,

Wo ihre Hoffnung im Lichte von Kerzen

Und Träume, die sie sich erwählten?

 

Ja, sagt - wo wär‘ schließlich die Menschheit gelandet,

Wenn Dichter vergessen sind?

Sorgt doch, dass all unser Wissen nicht strandet

Und Werke nicht fortnimmt der Wind!

 

https://www.youtube.com/watch?v=AiyauJXwNT4

 

 

 

Der Maler spricht

 

Was schert mich die Wahrheit?

Lasst mir meinen Traum, ich gleite auf Farben dahin.

Erwach’ ich auch einmal voll Leid und voll Grauen,

so war doch die Kunst all mein Sinn.

 

 

Bald zaubere ich Licht und Lebendigkeit

auf glasklare, ruhige See.

So sag- was schert mich die Wirklichkeit,

was schert mich ihr wild-heißes Weh?

 

 

Bald male ich deine Augen, Liebste,

so dunkel wie die Nacht.

So sag- was schert mich die Einsamkeit,

die mich halb umgebracht?

 

 

Ich sehe in die kalte Welt,

die fern ist und blass wie Vergeh’n,

doch wünschte, du fändest die Welt tief in mir

und würdest durch Bilder versteh'n.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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